Grandmühle Museum
Bad Wünnenberg

Ebbers Grandmühle – ein historisch bedeutendes, technisches Kulturdenkmal wird zu einem lebendigen Museum. Die Rekonstruktion der Grandmühle wurde auf dem Hassel, Bad Wünnenberg, errichtet – ein starkes Projekt der Historischen Landtechnik Wünnenberg e.V.

„GRAND“

/Gránd/

Substantiv, maskulin [der]
Herkunft: abgeleitet von „Grind“[Norddeutsch]

Bed.: Kies

Die denkmalgeschützte Grandmühle ist einzigartig in NRW.

Unter Schutz gestellt, beleuchtet sie die geologische Besonderheit des Ortes Bad Wünnenberg sehr genau.

Zu besichtigen ist sie An der Grotte 23 in 33181 Bad Wünnenberg.

Wir sind Mitglied der Museumsinitiative OWL.

Die Grandgewinnung, Aufbereitung und Vermarktung als Baustoff stellte in Wünnenberg eine über Jahrhunderte gewachsene Tradition dar. Aufgrund der über die Grenzen Wünnenbergs weit hinausreichenden Bedeutung dieses scharfkantigen und außerordentlich festen Zuschlagsstoffes für Putz und Mauermörtel hatte sich der Grand im laufe der Jahrhunderte zu einem wichtigen Handelsgut entwickelt.

Vom Brechwerk zum Streuobstwiesen­kompetenzzentrum

Ehemalige Nutzung

Nach anfänglichem Zerbrechen und Mahlen in Handarbeit wurde im Jahr 1929 die Grandmühle Wünnenberg errichtet und bis 1957 betrieben.

Mit einer Anordnung in ausgeprägter Hanglage am Hassel und 3-geschossiger Bauweise war über die Beschickung des Brechwerkes im 2. Obergeschoss, den Betrieb des Mahlwerkes im 1. Obergeschoss sowie die Anordnung des Antriebs und der Entnahmeeinrichtungen im Erdgeschoss ein zuverlässiger Betriebsablauf gewährleistet.

Neuerliche Nutzung

Der Wiederaufbau durch den Verein auf dem Hassel ist inzwischen weit fortgeschritten und trifft in der Bevölkerung auf großes Interesse und breite Zustimmung. Es werden bereits verschiedenste Wünsche zur Mitbenutzung an den Verein herangetragen.

Das von der Biologischen Paderborn-Senne neu zu etablierende „Streuobstwiesenkompetenzzentrum“ für den Südkreis Paderborn wird dort den Seminarraum für Schulungszwecke und den Außenbereich mit den Obstanlagen für Schulungszwecke nutzen.

Auch der nahe Kindergarten besucht unser Außengelände bereits jetzt schon gerne. Der Tambourcorps Wünnenberg veranstaltet dort schon regelmäßig sein beliebtes „Wiesenfest“. Da wir im Untergeschoss separat zugängliche Toilettenräume mit Dusche unterbringen wollen, wäre dies auch ein sehr gut geeigneter Ort für touristische Schäferwagenübernachtungen.

Der ursprüngliche Standort

Ebbers Grandmühle lieferte den von lehmigen Anteilen freigewaschenen Grand in die ganze Region, und man stellte daraus auch zementgebundene Dachpfannen her, die bis weit ins Sauerland als „Wünnenberger Sturmpfanne“ beliebt war. Die Haltbarkeit der vor 1911 hergestellten Pfannen betrug teils an die 100 Jahre!

1923 bekam die Grandmühle einen Dieselmotor der Fa. Deutz, den die Historische Landtechnik bereits wieder mit Originalersatzteilen betriebsbereit gemacht hat. Auch der ca. sechs Tonnen schwere Backenbrecher wurde wieder gangbar gemacht.

Die gesamte Originaltechnik wurde beim Abriss der alten Mühle, die 1998 einer Straßenbegradigung weichen musste, durch die Historische Landtechnik ausgebaut und eingelagert. Die alte Grandmühle wurde durch die Bauingenieure Cornelia und Klaus-Joachim Prien genau vermessen und fotografisch dokumentiert, sodass kaum 100 m vom Originalplatz für die alte Technik ein funktionsfähiger Neubau entstehen kann.

Neubau der Mühle

Als erster Bauabschnitt wurde auf der von der Stadt Bad Wünnenberg zur Verfügung gestellten Fläche in 2005 und 2006 als „lebendiges Museums“ eine Feldscheune mit Leadermitteln errichtet (Projektantrag Nr. 30, Beschluss 15.07.2004).

Der zweite Bauabschnitt, der bereits im ersten Leaderantrag 2004 aufgenommen wurde und für den eine positive Bauvoranfrage vorliegt, soll nun auf einstimmigen Beschluss der Jahreshauptversammlung der Historischen Landtechnik vom 19. März 2016 realisiert werden. Eine Kofinanzierung der Leadermittel hat die Energiestiftung Sintfeld bereits in Aussicht gestellt.

Die Berechnung und Bauplanung geschah durch den Architekten Dipl. Ing. Alfred Schlüter. Die Fertigstellung und der Einbau der Technik in das Gebäude wurde durch den Verein in Eigenleistung geplant und durchgeführt.

Für den Betrieb als „Lebendes Museum“ kann auf städtischen Grundstücken ohne großen Aufwand entsprechendes Grandmaterial gewonnen werden.
Als ein weiterer Baustein eines eigenen „Mühlenweges“ im südlichen Paderborner Land stellt diese Mühle für den Tourismus sicherlich eine wesentliche Bereicherung dar.

Der bis 1100 m mächtige Briloner Massenkalk aus dem Devon (ca. 300 Millionen Jahre alt) entwässert auf der darunter liegenden Sandsteinschicht zur Nordseite. Dieser Sandstein hat teils eine grobe Körnung (= „Grand“) und geringe Festigkeit (Wassersättigung).
Er war leicht abbaubar und zur Herstellung von Mörtel insbesondere im Sockelbereich bestens geeignet, weil durch Verkieselung eine natürliche Wassersperre im Mauerwerk entstand.

Grandmühle Museum Wünnenberg

Historische Landtechnik Wünnenberg e.V.
An der Grotte 23
33181 Bad Wünnenberg

Ihre Ansprechpartner

Ulrich Klinke
Rosenstr. 16
33181 Bad Wünnenberg

Daniel Stratmann
Rosenstr. 2a
33181 Bad Wünnenberg

Öffnungszeiten

Vorläufig kann das Museum nur nach Terminvereinbarung und jeden Mittwoch ab 18.00 Uhr besucht werden.